Sonntag, 15. September 2013

Goodbye England.

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole.. es ist einfach Wahnsinn wie schnell die letzten 6.5 Monate vergangen sind!
Ich erinnere mich noch genau an die ersten Tage hier und doch kommt es mir irgendwie auch so vor, als ob eine Ewigkeit vergangen ist. Ich habe so viele tolle Dinge in den vergangenen Monaten gesehen und erlebt, tolle Menschen getroffen und die Zeit wirklich genossen. Natürlich war das Arbeiten nicht immer so toll, aber umso mehr werde ich die verbleibenen Jahre als Student genießen.J
 
England ist mir einfach ans Herz gewachsen!
Wo sonst sieht man so viele verrückte Leute auf der Straße. Ja.. ich werde diesen Kleidungsstil vermissen. In jeder Mittagspause gab es etwas zu sehen. Halbdurchsichtige Leggins, bauchfreie Tops, Fellstiefel im Sommer, kurze Hosen bei 5 °C und natürlich enge mini, mini, mini Kleider, die gerade das allernötigste verdecken (oder auch nicht) und mega Highheels (in denen die meißten nicht laufen können) beim Feiern gehen am Abend. Ganz wichtig dabei: jeder kann einfach alles tragen, unabhängig von der Körperstatur.
Ich denke es ist an der Zeit, ein paar Vorurteile aus dem Weg zu schaffen:
1    1. Es regnet NICHT die ganze Zeit. Zugegeben hatten wir dieses Jahr einen außergewöhnlichen Sommer wie es ihn das letzte Mal vor 10 Jahren gab. Die Tage an denen es geregnet hat kann man fast an einer Hand abzählen. Meißtens natürlich dann, wenn Besuch da war. J Das wirklich Gute an dem Inselwetter hier ist, dass es sich so wahnsinnig schnell ändern kann. Strömender Regen am Morgen und mittags strahlender Sonnenschein ohne eine einzige Wolke am Himmel. So sieht’s aus. Jetzt wisst ihr bescheid!
 
2    2. Das englische Essen ist nicht ganz so grauenvoll wie immer behauptet wird. Selbstverständlich kann es nicht mit selbstgemachten Klößen und Rotkraut mitkommen (aaah wie ich mich darauf wieder freue :D), aber man kann es essen. Da stechen vor allem die tollen Torten und Kuchen heraus. Das können sie wirklich – super backen. Hier gibt es im Supermarkt fertige Torten aller Größen, Farben und Formen zu jedem Anlass. Wenn man vor dem Dessert und Kuchenregal steht fühlt man sich schon so ein bisschen wie im Paradies. J
 
3    3. Hier ist nicht alles so teuer wie man denkt. Abgesehen von den horrenden Mieten und dem Alkohol ist eigentlich vieles billiger als in Deutschland. Und das liegt auch an den tollen Angeboten die man hier eigentlich immer bekommt. Kauf 3 zahl 2, 5 für £3, kauf 1 und das 2. Zum halben Preis etc. Na und dann gibt es noch so tolle Läden wie Poundland, die anders als unsere furchtbaren 1-Euro-Läden wirklich tolle Sachen für 1 Pfund verkaufen. Naja und wenn wir einmal beim Einkaufen sind – shoppen lässt es sich hier natürlich besonders gut bei der Fülle an Läden! J Ich weiß,das hätte man bei mir bestimmt nicht vermutet. Und Studenten sparen sogar noch mehr, da viele Läden Studentenrabatte anbieten. Da kann ich wahrscheinlich lange warten um das irgendwann in Deutschland zu erleben!
Naja. Und dann gibt es natürlich noch jede Menge andere Gründe warum man England einfach lieben muss.
Erstens sind die Geschäfte alle Sonntags geöffnet und es gibt so tolle Sachen wie 24-Stunden-Supermärkte. Man muss also nie überlegen wann noch Zeit ist einkaufen zu gehen und für eine Beschäftigung am Sonntag ist auch gesorgt.J
Zweitens sind Engländer ausgesprochen freundliche und höfliche Menschen. Da wird man von der Verkäuferin am Obststand mit “Darling” angesprochen und von eigentlich fremden Leuten aus dem Büro einfach so gefragt wie das Wochenende war. Generell wird hier Small Talk ganz groß geschrieben und das Wetter ist immer ein gutes Thema. Aber das ist ja auch viel schöner als sich wie in Deutschland anzuschweigen und grimmig anzugucken.
Drittens gibt es hier so viele tolle Pubs und leckeres Cider. Die Pubs sind natürlich nicht mehr so schön wenn gerade ein Fußballspiel der Nationalmannschaft übertragen wird, aber sonst lässt es sich dort prima nach der Arbeit oder am Wochenende aushalten. J
Viertens gibt es hier wohl die schönsten, größten und prunkvollsten Herrenhäuser die man sich vorstellen kann. Und dazu Gärten die Bäume in verschiedenen Formen haben. Ich mein wem gefällt das nicht.J
Und zu guter Letzt: LONDON!!!! Ja.. London ist eigentlich schon so eine kleine Welt für sich und mit dem eigentlichen England hat es wenig zu tun. Von Touristen überlaufen, überteuerte Eintrittspreise und ein Meer aus roten Souvenirs an jeder Ecke – man muss es mögen. Aber jedes Mal wenn ich an der Victoria Station ankam, die Rolltreppe nach unten fuhr und von der Decke unzählige britische Flaggen hängen sah fühlte ich mich wohl. Allein das hektische Treiben in der UBahn beobachten, die Menschen aus so vielen unterschiedlichen Kulturen sehen, planlose Touristen die verwirrt vor dem UBahn Plan stehen, mit einem alten Bus der Linie 9 fahren und das hunderste Foto vom Houses of Parliament machen – all das ist einfach toll! Für mich ist und bleibt es die schönste Stadt der Welt.
Natürlich gibt es noch viel mehr Dinge die England so besonders machen, aber ich denke das reicht erst einmal für den Anfang.J
Ich hoffe natürlich sehr auf eine baldige Rückkehr und das dürfte eigentlich auch kein Problem werden.J
Der nächste Ausflug ist übrigens bereits geplant. Ende Oktober geht es für mich 4 Tage nach Paris, die liebe Claudi besuchen. Wer hätte gedacht, dass es mich noch einmal ins Franzosenland zieht. Und auch wenn Paris London selbstverständlich nicht das Wasser reichen kann, vielleicht verschlägt es mich ja ins Disneyland. :D
Bis dahin
Carmen

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