Dienstag, 12. November 2013

Paris - von der Oper bis zur Nacht auf dem Flughafen

Und weiter geht's im Takt.
 
Nach einer relativ kurzen Nacht (wie eigentlich alle Nächte) stand am Samstagmorgen als erstes ein Besuch der Opera Garnier bevor. Die Oper, auch von außen wirklich schön hat es sie es innen wirklich in sich. Bei Tripadvisor auf Platz 2 aller Sehenswürdigkeiten in Paris, musste es sich ja wirklich um etwas Besonderes handeln. Und wir wurden nicht enttäuscht. Da haben sich die 6 Euro Eintritt auch wirklich gelohnt und wir wurden nicht enttäuscht.
Das Treppenhaus und die Sääle in denen man sich während der Pausen aufhalten kann sind unglaublich prunkvoll und voller Gold. Der Innenraum an sich enttäuschte dann etwas, da er doch ziemlich klein war und die Decke sehr modern gestaltet war. Was das Bild darstellen sollte, kann ich nicht sagen.. Der einzige Nachteil dieser Oper war, dass es, um es jetzt nicht allzu banal auszudrücken, teilweise nach Urin stank. Wie schon in der Metro. Verfolgt einen irgendwie. Da kann das Vergnügen in die Oper zu gehen gleich zunichte gemacht werden.
Zudem werden die berühmtesten Opern im anderen Opernhaus von Paris, der Opera Bastille, aufgeführt, einem furchtbar modernem Klotz, der es kaum verdient als Oper bezeichnet zu werden.
Nun auf jeden Fall war die Oper definitiv einen Besuch wert. :)
Weiter ging es für einen kurzen Abstecher zur Galleries Lafayette, einem großen Kaufhaus.

Opera Garnier

Im Treppenhaus





der "Aufenthaltssaal" während der Pause


die gewöhungsbedürftige Decke

Innenraum
Galeries Lafayette
 
Anschließend trennten sich unsere Wege. Josi, Sandro und ich fuhren in Richtung Louvre, wohingegen die anderen zur Notre Dame fuhren und anschließend zum Louvre laufen wollten. Naja. Das war eigentlich der Plan. Wie sich später herausstellte statteten sie dann doch dem Pantheon einen Besuch ab - und wir durften 45 min im Regen auf sie warten. War schon schön. :D

ein typisches Metroschild

Louvre



Josi, Sandro und ich


der kleine Triumphbogen beim Louvre
 
Als wir dann endlich alle wieder zusammen waren liefen wir Richtung Place de la Concorde und fuhren eine Metrostation entlang der Champs Elysees, stiegen auf halber Höhe aus und liefen zum Triumphbogen. Dort angekommen beschlossen wir kurzerhand auf den Bogen zu steigen. Ein Vorteil (ich weiß jetzt nicht, ob ich das im letzten Beitrag schon erwähnt habe) ist, dass in Paris sehr viele Attraktionen für junge Leute bis 25 kostenlos sind. So auch der Triumphbogen. Die beiden Claudis warteten also geduldig unten, da sie keinen Eintritt zahlen wollten. Also "schnell" die 284 Stufen hochgestiegen. Der Blick von oben war wirklich schön.

Ausblick vom "Dach" des Triumphbogens



Triumphbogen
 
Mittlerweile war es schon Nachmittag und wir hatten Hunger, die Füße taten weh und ich wollte mich einfach nur mal kurz ausruhen. So fuhren wir nach La Défense, dem Bankenviertel, das im Gegensatz zum Rest der Stadt sehr modern ist. Hochhäuser aus Glas dominieren dieses Viertel, wie auch der Grande Arche, einem Bogen ähnlich wie dem Triumphbogen, nur modern. Schnell ein paar Fotos gemacht und ab ins Einkaufszentrum - endlich war essen.
Doch alle unter einem Hut zu bringen, ist gar nicht so einfach, zumal Gruppe 2, während wir auf sie im Regen warteten bereits was gegessen hatten. :D Letztendlich bin ich einfach zu McDonald's gegangen um dem Ganzen ein Ende zu bereiten. Und endlich sitzen tat wirklich gut! Die Pause war leider nicht so lang wie erhofft, da wie gesagt nicht alle etwas essen wollten.

Grande Arche in La Defense

Nachdem wir also frisch gestärkt waren, ging es weiter zur Rue Rivoli, einer großen Einkaufsstraße. Doch wirklich viele Läden, die ich nicht kannte, bzw. die es nicht in Deutschland gibt, konnte ich nicht finden. Meine Ausbeute beschränkte sich auf einen dicken Wollpullover über den ich später noch wirklich froh sein würde!
Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hostel ging es später zum Viertel Montmatre - dem Künstlerviertel. Vor allem bekannt durch Moulin Rouge und Sacre Coeur. Und: es gibt sehr viele Souvenirläden. So durchstöberten wir die Läden und waren auf der Suche nach etwas Essbarem - wieder einmal. Ich wollte nicht nur Fastfood - bzw. im Gehen / Stehen essen. Dennoch holten sich die beiden Claudis und Saskia ein Baguette in einem Eckladen - genau dann als es zu regnen anfing. Wir suchten also Unterschlupf in der Kirche Sacre Coeur. Nachdem wir dort eine Weile ausgeharrt hatten, beschlossen wir endlich essen zu gehen. Und wir fanden auch ein tolles Restaurant. Wir saßen draußen. Doch durch die Zelte und die Heizpilze war es nicht kalt. Josi, Sandro und ich bestellten jeweils ein 3 Gänge Menü für gerade mal 12 Euro und genossen unsere warme Mahlzeit während die anderen neben uns saßen.
Nach dem Essen stöberten wir weiter durch die Souvenirläden und auf dem Weg zurück zum Hostel machten wir noch einen kleinen Fotostop am berühmten Moulin Rouge.

Ihr kennt sicherlich diese Fotoautomaten, in denen man Passfotos machen kann. In Paris konnte man zudem diese Souvenir-Erinnerungsfotos machen. Also schnell zu dritt in den Automaten gequetscht und das Beste gegeben. :D


Sacre Coeur


Saskia, Claudi, Sandro und ich vor dem Moulin Rouge

 
 
Sonntagmorgen konnten wir natürlich auch nicht ausschlafen. Es stand wieder viel auf dem Plan. Doch zunächst gab es ein paar ungeahnte Komplikationen. Obwohl unser Rückflug erst am Montag war, checkten wir schon am Sonntag aus. Da wir um 6:40Uhr flogen hatten wir beschlossen, die Nacht auf dem Flughafen zu verbringen, da wir so früh keine Chance hatten, auf den Flughafen zu kommen. Zunächst wollten wir wieder den Bus, wie auf dem Hinweg nehmen, doch da auf den Fahrplan keinen Verlass ist und wir nicht schon um 9 aufbrechen wollten, verwarfen wir diese Idee schnell wieder. Also beschlossen wir den Orlybus zu nehmen, der um 11 das letzte Mal fuhr. So weit so gut. Das Problem war nur, dass uns an der Rezeption gesagt wurde, der Flughafen hätte nicht über Nacht geöffnet. Laut dem inkompetenten Hostelpersonal wäre die einzige Chance, einen Busshuttle zu bestellen, der 18 Euro pro Person gekostet hätte. Das war uns natürlich viel zu viel. So beschlossen wir, bei der Touriinfo auf dem Bahnhof nachzufragen. Der Mann dort konnte uns natürlich keine Auskunft geben und schickte uns weiter zum Fahrkartenschalter. Die Frau dort, verstand zwar unser Anliegen, aber statt uns einen Fahrplan für den Nachtbus zu geben nahm sie ihr iPhone und schaute in ihrer App nach. Also wiedermal an einen kompetenten Franzosen geraten. Es dauerte eine Weile, bis sie verstand, dass wir einen Nachtbus brauchten und schrieb uns letztendlich die richtige Busnummer auf. Dennoch schaute ich vorsichtshalber später noch einmal selbst nach.
Nachdem dieses ganze hin und her uns ziemlich viel Zeit gekostet hatte, konnten wir endlich mit unserem "Tagesprogramm" starten. Die beiden Claudis hatten sich schon vorher von uns getrennt um ins Musee d'Orsay zu gehen. Wir brachen auf zur Notre Dame. Wir wollten wieder einmal die Aussicht von Oben genießen. Doch da es der erste Sonntag im Monat war (die meisten Sehenswürdigkeiten sind dann immer kostenlos für alle Leute) und wir nun relativ spät dort ankamen, war die Schlange entsprechend lang. Wir machten also dort nur ein paar Fotos, schlenderten ein wenig entlang der Seine und brachen dann zum Pantheon auf. Saskia hatte es war am Tag zuvor schon angeschaut, wartete aber draußen auf uns. Auf dem Weg dorthin (bzw. direkt gegenüber vom Pantheon) kamen wir an der Schule vorbei, mit der wir damals die Schüleraustausche organisiert hatten. Da konnte ich mich wirklich wieder an die Straßen erinnern, die wir damals immer zur Gastfamilie liefen.


Josi, ich, Saskia und Sandro vor Notre Dame






das Pantheon

Das Wetter an diesem Sonntag war übrigens hervorragend - die Sonne schien. Und da wir den Blick über Paris nicht von der Notre Dame genießen konnten, führte uns unser Weg wieder nach Montmatre. Wieder einmal 234 Treppenstufen (enge Wendeltreppe) nach oben und Sandro und ich konnten die Aussicht genießen - mit dem blauen Himmel.
Und wieder ging es durch die verschiedenen Souvenirläden um noch die restlichen Souvenirs zu kaufen. Doch ich muss wirklich sagen, dass ich mich insgesamt sehr zurückgehalten hab. Nur ein paar Postkarten und Bilder kann ich jetzt mein Eigen nennen. Das liegt vielleicht daran, dass ich natürlich vor 6 bzw. 4 Jahren schon einiges gekauft hatte, aber auch daran, dass mich Paris natürlich nicht so begeistert kann (und nie wird) wieder andere Städte (London :D).

Sacre Coeur

Ausblick von der Kuppel



ein Schiff aus Schokolade :)
 
Mittlerweile war es Nachmittag, meine Füße taten weh (schon wieder oder immer noch) und wir fuhren zum Friedhof. Der Pere Lachaise ist vor allem dadurch bekannt, dass viele Berühmtheiten dort begraben sind. U.a. Jim Morrison, Oscar Wilde oder auch Edith Piaf. Leider ist er sehr unübersichtlich und es fehlte uns allmählich an Geduld und Lust auf dem Friedhof herumzuirren. Das einzige Grab einer bekannten Person, das ich an dem Tag sah, war das von George Bizet. Ihr wisst schon, der Mann, der eine gewisse Oper mit dem tollen Namen "Carmen" komponierte. :D

Bizets Grab
 
Alles in allem war der Friedhof also etwas enttäuschend, was aber auch daran lag, dass er ziemlich "verwildert" aussah. Einige Gräber waren zerstört, andere mit Moos überwuchert, überall lag Laub und es sah nicht so aus, als ob sich viele Leute um die Gräber kümmern würden. Da schau ich mir doch viel lieber noch einmal den Mailänder Friedhof an, der um einiges imposanter ist!
Mittlerweile hatte es sich zugezogen und es war nicht mehr lang bis zum Sonnenuntergang. Zeit für eine kleine Verschnaufpause. Die heiße Schokolade tat wirklich gut und wir überlegten uns, wie unser weiterer Plan aussah. Claudi musste wieder mit ihrem Zug zurück nach Angers und konnte nicht mit auf den Eiffelturm. Unser ursprünglicher Plan sah vor, noch im Hellen hochzufahren und dann den Sonnenuntergang von oben zu sehen und anschließend Paris bei Nacht. Aufgrund der Wolken war das mit dem Sonnenuntergang jedoch so eine Sache und Claudi wollte sich keinen unnötigen Stress machen, bzw. auch erst einmal etwas essen. So beschlossen wir zurück zum Hostel zu fahren, aßen im Hostel-Restaurant Abendessen (sehr lecker!!), verabschiedeten uns von Claudi und zogen dicke Sachen an. Hier kam mein neuer Pullover zum Einsatz, ohne den ich wirklich aufgeschmissen gewesen wäre. Insgesamt war es viel verregneter und kälter als eigentlich gedacht und ich hatte jediglich meine Regenjacke mitgenommen - ohne Fließteil, weshalb ich vor allem am Abend oft fror. Als wir am Eiffeltum ankamen, waren die Tickets schnell gekauft. Durch die vorangeschrittene Uhrzeit mussten wir nicht warten und konnten gleich mit dem Fahrstuhl nach oben fahren. Wir entschlossen uns bis zur 3. Plattform zu fahren - wenn schon denn schon. Und der Ausblick aus 276m Höhe war wirklich toll. Der Wind oben war so stark, dass man den Regen zunächst gar nicht bemerkte. Das änderte sich jedoch schnell und auf einer Seite konnte man fast nicht mehr laufen, geschweige denn stehen durch den Sturm. Und das Beste an der Sache: der Eiffelturm schwankte im Wind. Dem ein oder anderen war bestimmt nicht allzu wohl bei dem Gedanken, dass man in knapp 300m Höhe auf einem Metallturm steht, der im Wind wackelt. Ich fand es aber gar nicht so schlimm. Eher witzig. :D

Blick über die "Stadt der Lichter"




Claudi und Saskia beim wegfliegen :D


 
Mittlerweile war es relativ spät geworden und wir mussten nicht mehr viel Zeit überbrücken bis wir uns um 2 in Richtung Flughafen aufmachen konnten. Vorher fragte Claudi noch einmal, welchen Bus wir nehmen sollten. Und wie zu erwarten war, sagte uns ein anderer inkompetenter Hostelmitarbeiter eine falsche Busnummer. Anstatt zum Orly Flughafen wollte er uns zum CDG-Flughafen schicken. Ihr seht also - das Personal war in jeder Hinsicht optimal informiert. :)
Die Busfahrt dauerte eine knappe Stunde. Und das Beste war, dass wir wieder nichts zahlen mussten. Die Frau am Fahrkartenschalter am Morgen (ihr erinnert euch, die mit der iPhone App), konnte uns natürlich keinen genauen Preis nennen, sondern meinte einfach, es würde um die 10 Euro kosten. Im Bus steckten wir einfach unser normales Tagesticket für Zone 1-3 (der Flughafen liegt in Zone 4) in den Automaten und suchten uns Plätze. Den Busfahrer schien das Ganze nicht zu stören.
So einen billigen Flughafentransfer hat man wohl nur sehr selten. :D
Am Flughafen angekommen, stellten wir fest, dass er doch nicht über Nacht geschlossen war. Eigentlich hätte er erst 3:30Uhr wieder aufmachen sollen, doch wir konnten schon vorher ins Gebäude. Dort schliefen auch andere Passagiere. :) Ich nehme mal stark an, dass sie nur meinen, dass der Bereich nach der Sicherheitskontrolle über Nacht geschlossen ist, das Gebäude an sich jedoch offen bleibt. Naja.
Wir versuchten alle so gut wie es ging ein wenig zu schlafen, was mir jedoch weniger gelang. Gegen um 5 war die Nacht vorbei (sofern sie überhaupt angefangen hatte). Beim Einsteigen hatte ich dann ein kleines Problem mit meiner Rucksack - Handtaschen - Kombination, da nur ein Gepäckstück erlaubt ist, musste ich meine Handtasche in meinen Rucksack quetschen (nur um sie direkt nach der Kontrolle der Boardkarten wieder aus dem Rucksack zu holen). Wir standen ohnehin schon ziemlich weit am Ende der Schlange, weil es wieder genug Leute gab, die anscheinend dachten sie verpassen irgendwas uns sich noch bevor das Gate überhaupt öffnete schon anstellten. Ich hatte darauf wenig Lust und so kam eins zum anderen und ich hatte am Ende keinen Platz mehr für meinen Rucksack in den Gepäckablagefächern. Die Stewardess schien das auch wenig zu kümmern, da sie lieber Leuten mit Rollkoffern half. Am Ende schafften wir es doch noch, den Koffer irgendwie in ein Fach zu quetschen und noch bevor wir abhoben, war ich eingeschlafen.
Schade eigentlich, da ich so den Sonnenaufgang nicht mitbekam. Dabei hatte ich extra einen Fensterplatz.
In Berlin angekommen, stand noch der schlimmste Teil des Tages bevor. Die schier endlose Zugfahrt nach Görlitz. Doch zunächst ging es zum Ostbahnhof bei McDonalds frühstücken. Das hatten wir uns nach dieser Nacht verdient.
Und ein paar Stunden später kamen wir endlich in Görlitz an, wo ich mich nur auf eine warme Dusche und mein Bett freute.
 
Alles in allem war es doch ein schönes Wochenende, auch wenn es nicht leicht ist, alle Interessen unter einen Hut zu bekommen. Dennoch muss ich sagen, dass mich Paris in den nächsten 10 Jahren wohl nicht wieder sehen wird. (Ausgenommen ist natürlich das Disneyland). Dazu gibt es viele andere Städte, denen ich viel lieber noch einen Besuch abstatten werde. (London :D).
 
Ich melde mich wieder, sobald die nächste Reise ansteht.
Bis dahin
Carmen

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