Mittwoch, 7. Mai 2014

Brazil calling - Welcome to Rio de Janeiro

So meine Lieben,

ich weiß ich bin ganz schön im Verzug mit meinem Bericht über die vergangenen 2,5 Wochen. Deshalb kommt jetzt erst einmal der erste Teile über unsere 4 Tage in Rio.

Am Donnerstag, dem 17. April ging es für mich los von Berlin über Paris in Richtung Süden. Gut 17 Stunden später waren die Flüge gut überstanden und die Hitze Rios schlug mir ins Gesicht. Mit dem Taxi fuhr ich in Richtung Copacabana, wo ich über airbnb ein Zimmer in einer Wohnung einer älteren Frau gefunden hatte. (Die Unterkunftssuche hatte sich im Vorfeld als ziemlich kompliziert gestaltet.) Da Copacabana und Ipanema zu den sichersten Teilen der Stadt gehören beschlossen wir dort zu übernachten anstelle in einem Hostel in Santa Teresa, einem Viertel nahe des Zentrums. Auch wenn diese Alternative natürlich viel billiger gewesen wäre, konnten wir uns nicht über unsere Wahl beschweren. Die ältere Frau war wirklich sehr nett, auch wenn ich mich eigentlich nicht mit ihr unterhalten konnte, weil ihr Englisch ziemlich schlecht war.

Da ich sehr früh angekommen war beschlossen wir einen frühmorgentlichen Strandspaziergang entlang der Copacabana zu machen bis zum Forte de Copacabana, einer alten Festung am einen Ende des Strands. Das Wetter war wirklich perfekt, strahlend blauer Himmel und Sonne pur!

Copacabana



Die Festung am Ende des Strands





Später beschlossen wir zum Sonnenaufgang auf den Zuckerhut hinauf zu fahren. Dort angekommen mussten wir jedoch feststellen, dass noch sehr viel mehr Leute diese Idee hatten. So mussten wir 1,5 unten an der ersten Gondel anstehen und waren auf dem ersten Berg kurz nachdem die Sonne untergegangen war. Perfektes Timing also. :D (Hierzu muss ich sagen, dass die Sonne schon um 17:30Uhr untergeht. Sehr ungewohnt für mich, jetzt da es in Deutschland ziemlich lange hell ist und vor allem, da es trotzdem noch so warm ist. Ein kurzer Tag und dennoch diese Wärme passen einfach nicht zusammen.)
Einmal oben angekommen beschlossen wir, direkt mit der zweiten Gondel auf der Zuckerhut hinaufzufahren. Doch auch da mussten wir noch einmal ca. 30 Minuten warten, sodass es letztendlich dunkel war, als wir oben ankamen. Dennoch war der Ausblick auf die Stadt wirklich toll! Teilweise waren wir in den Wolken, bzw. sogar über den Wolken.
Natürlich mussten wir auch noch einmal anstehen, als wir dann den Rückweg nach unten antreten wollten. Sehr viel warten also. Doch auf Warten muss man sich in Brasilien wirklich einstellen. Sie sind halt nicht von der schnellen Sorte. :D
Das durfte ich auch nur allzu oft in den Supermärkten feststellen, als wir obwohl nur 3 Leute vor uns standen ca. eine halbe Stunde warteten. Effizienz ist für sie halt ein Fremdwort. :D Ach und Wechselgeld haben sie auch nicht.


Christo über den Wolken



Der nächste Tag startete früh. Geplant war ein Ausflug zur Christo Statue. Wirklich praktisch war, dass ein Transfer, der uns bis ganz nach oben brachte, direkt vor unserer Haustür losfuhr. So machten wir uns also auf den Weg quer durch die Stadt.
Rio ist wirklich sehr grün durch die vielen "Regenwald-Berge". Zudem ist die Stadt wirklich ziemlich verteilt. Wir sind nur mit Taxi gefahren aufgrund der Sicherheit. Obwohl ich schätze, dass man auch die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kann (auch wenn man nachts darauf verzichten sollte). Taxifahren ist ziemlich billig. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, da nicht alle Taxis eine Lizenz haben und so versucht wird, die nichtsahnenden Touristen übers Ohr zu hauen, bzw. im schlimmsten Falle sie in abgelegene Gegenden zu fahren wo sie dann ausgeraubt werden.
Das ist uns natürlich nicht passiert. :)
Doch weiter im Text. Auf halben Weg den Berg hinauf ging es auf einmal nicht mehr weiter. Wir standen im Stau. Letzendlich stellte sich heraus, dass die Straße für alle geöffnet ist (Transfers und normale Autos), doch nur sehr wenige bereits die Tickets gekauft haben. Wir gehörten zu dieser Minderheit und mussten deshalb unnützer Weise warten, bis die Autos in der Schlange vor uns den Parkplatz und den Ticketschalter erreicht hatten. Man könnte meinen, sie machten das an diesem Tag zum ersten Mal. Dann wäre dieses Chaos verständlich gewesen. Da sie sich ja eigentlich tagtäglich mit dieser Situation konforntiert sehen, fragt man sich doch, warum sie das nicht anders organisieren. Aus touristischer Sicht läuft in Brasilien so einiges schief. Da werden sie wirklich sehr viel Spaß haben mit ihrer WM. Das ein oder andere Chaos wird sicherlich nicht lange auf sich warten lassen. :D
Oben angekommen hatten wir wirklich einen super Ausblick, das Wetter war perfekt! (Auch wenn sich dort natürlich sehr viele Leute tummelten.) Auf dem Rückweg hieß es dann wieder warten, warten, warten auf den nächsten Transfer zur Copacabana. (Irgendwie fuhr nur gefühlt jeder 10. zur Copacabana und alle anderen nach Ipanema). Auf jeden Fall konnten wir uns extrem glücklich schätzen am morgen so früh die Tickets gekauft zu haben. Als wir hinunterfahren wollten stiegen Leute aus einem der Vans, die vorher in der Ticketschlange direkt hinter uns gestanden hatten. Aufgrund des Verkehrschaos' hatten sie wirklich Stunden unten warten müssen auf den nächsten Transfer!



Blick auf den Zuckerhut




Später gingen wir in einem der Kilo Restaurant essen. In Brasilien gibt es sehr viele Buffet Restaurant. Man nimmt sich einfach das was man möchte und zahlt dann dem Gewicht entsprechend - wirklich praktisch, besonders wenn man nicht so viel Hunger hat. Anschließend schlenderten wir ein wenig entlang der Parallelstraße zur Copacabana und gingen auf den kleinen Markt vor unserem Haus.
Ich muss sagen, dass ich von den Märkten wirklich etwas enttäuscht war. Ich hätte mir viel mehr Kunsthandwerk und vor allem Lederwaren gewünscht wie ich es aus Mexiko kannte! Aber anscheinend ist das in Brasilien nicht so üblich. Trotzdem gab es den ein oder anderen hübschen Stand. Ganz mit leeren Händen kam ich also nicht nach Hause. :D

Am nächsten Tag war das Wetter nicht mehr allzu gut. Ziemlich bewölkt, sehr schwül und drückend. Noch mehr schwitzen als an den anderen Tagen war also angesagt. Wir fuhren zum botanischen Garten, der wirklich sehr, sehr schön war. Palmen soweit das Auge reicht und allerhand andere tropische Pflanzen. All das, was es bei uns nicht gibt - ziemlich beeindruckend! Im Anschluss liefen wir in den 1km entfernten Park Lage, einen öffentlichen Park, der aber wirklich schön ist am Fuße des Corcovado (dem Berg auf dem die Christo Statue steht).
Hinterher wollten wir ein Taxi nach Ipanema nehmen. Leichter gesagt als getan. Letztendlich liefen wir den ganzen Weg zurück zum botanischen Garten da wir kein freies Taxi finden konnte.
Unsere nächste Station war der Hippie Markt (ja, er hieß wirklich so :D). Der Markt war um einiges größer als der kleine Markt bei uns vor der Haustür. Jedoch hatte ich mir, wie gesagt, mehr erhofft.

im botanischen Garten









Blick auf Christo
Park Lage




Montag war unser letzter Tag in Rio. Den hatten wir uns aufgehoben für einen Besuch im Zentrum. Da Feiertag war, war es dort wie ausgestorben. Nur vereinzelt verirrten sich ein paar Touristen dorthin. Allein sollte man zumindest am Wochenende bzw. am Feiertag nicht dort umherirren, da man sonst ein leichtes Ziel ist und leicht ausgeraubt werden kann. Wir schlossen uns einer kostenlosen Stadtführung an. (Ausnahmsweise mal auf englisch.) Gut 3 Stunden liefen wir durch die Stadt. Vorbei am alten Viadukt in Richtung Santa Teresa, dann weiter zur Escaderia Selaron (einer bunten Treppe mit Mosaikfließen aus aller Welt). Später gingen wir noch vorbei an verschiedenen Museen, der Oper (welche ich mir sehr gern von innen angesehen hätte, doch Saskia wollte nicht unbedingt nach der Tour allein dorthin zurücklaufen) und an alten Regierungsgebäuden. Die Tour war insgesamt wirklich interessant und empfehlenswert, besonders da sie kostenlos war.
Bei uns gab es einen kurzen Zwischenfall als wir eine Straße überqueren wollten. Unsere Führerin wies uns darauf hin, dass dort eine Gruppe Straßenkinder war und wir auf unsere Wertgegenstände aufpassen sollten. Letztendlich beschlossen wir einen anderen Weg zu nehmen und kehrten um, mit dem Resultat, dass uns die Kinder folgten und versuchten ihr die Kette vom Hals zu reißen. Vielleicht haben sie auch versucht anderen Leuten aus der Gruppe Sachen zu klauen, was ihnen jedoch nicht gelang. Letztendlich brachte sie das ganz schön aus der Fassung was den Rest der Tour zu merken war. Doch dadurch das wir in einer großen Gruppe unterwegs waren und auch Männer dabei waren, fühlte ich mich relative sicher. Zumal ich nach allem was man hört eigentlich viel öfter mit so etwas gerechnet hätte.

im Zentrum

Cafe Colombo - als Queen Elizabeth II Rio besuchte trank sie da ihren Tee

Viadukt
Blick auf Santa Teresa

Escaderia Selaron



sehr beeindruckende Strommasten wie sie überall zu finden sind :D


Oper


Den Rest des Tages verbrachten wir im Apartment, kauften noch die letzten Souvenirs auf dem Markt und gönnten uns am Abend noch einen Caipirinha am Strand. :) (Wohlgemerkt für ganze 2€. Caipirinha wird nicht mal wirklich als Alkohol gezählt und steht in den Karten auch nicht bei den übrigen Cocktails.)

Am nächsten Tag stand unser Ausflug auf die Insel Ilha Grande an, die ein paar Autostunden von Rio entfernt ist. Dazu hatten wir einen Transfer gebucht, der uns direkt vom Apartment abholte und nach Concepção de Jacarei fuhr, von wo aus wir ein Boot auf die Insel nahmen.

unser Haus
Insgesamt war Rio wirklich einmal schön zu sehen. Dennoch denke ich, dass man Rio auch in weniger Tagen anschauen kann, wenn man wie wir keine Museum oder ähnliches im Zentrum anschaut. Es sei denn natürlich man möchte sich nur mal einen Tag am Strand gönnen. :)
Am Sonntag und Montag war leider nicht mehr nur blauer Himmel und strahlender Sonnenschein. (trotzdem war es wahnsinnig warm!). Und die Wolken sollten uns auch auf der Insel nicht verschonen.

Fortsetzung folgt...

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